Reisebericht Las Palmas & die ganze Insel
Für meine Reise nach Gran Canaria hatte ich ein Hotel in der Metropole Las Palmas gebucht. Wie sich zeigte, ein idealer Ausgangspunkt, um die Insel mit all ihren Facetten kennen zu lernen.
In der turbulenten Hauptstadt sind mehr als die Hälfte der Inselbewohner zu Hause.
Besonders im Stadtviertel Santa Catalina, welches sich zwischen Hafen und Strand erstreckt, konnte ich mich vom bunten Mix der Kulturen überzeugen. Einen willkommenen Gegensatz zum lebhaften Strandtreiben bot mir die Altstadt von Las Palmas, mit ihren verwinkelten Gassen und historischen Bauten.
An der Plaza de Santa Ana befindet sich die im 15. Jahrhundert erbaute Kathedrale. Vor dem Gotteshaus werden Kutschfahrten angeboten. Wer sich, wie ich, für Geschichte begeistern kann, dem sei das Museo Ganario empfohlen. Besonders beeindruckt hat mich die riesige Mumien-und Schädelsammlung.
Sehr hilfreich für die weitere Reiseplanung fand ich ein Inselmodell, welches die bedeutendsten Kultstätten der Insel aufzeigte.
Shopping war angesagt, entlang der Mayor de Triana, im jüngeren Teil der Altstadt von Las Palmas de Gran Canaria. Eine willkommene Erholung vom ausgedehnten Einkaufsbummel bot der Parque de San Telmo. Besonders hübsch fand ich den farbenfrohen Jugendstil-Pavillon, wo ein kleines Café zum Verweilen einlud. Nicht nur kulinarisch ein Erlebnis war der Besuch des Restaurants in der 24. Etage des Hotelturms Los Bardinos. Die Aussicht auf Stadt und Hafen ist einfach atemberaubend schön.

Mein Hotel befand sich am Stadtstrand Las Canteras. Die kilometerlange Promenade wird gesäumt von Hotels, Restaurants, Shops und Cafés aller Kategorien. Besonders an den Wochenenden ist der Strand stark frequentiert. Baden ist ungefährlich, im Schutze des Barriereriffs La Barra. Bei Ebbe kann der einstige Steinbruch auch begangen werden. Der Strand wird zwar bewacht, ich empfehle jedoch die Wertsachen im Hotelsafe zu deponieren. Mir wurde vermehrt von Diebstählen berichtet.
Unmittelbar in Strandnähe konzentriert sich auch das Nachtleben der Metropole. Freitags und Samstags ist das Angebot für Partylustige definitiv am größten. Im “Wilson” können auch ältere Jahrgänge einen stimmungsvollen Abend verleben. Wer Pub-Atmosphäre liebt, sollte im “Metropolis” vorbeischauen. Besonders elegant ausgehen kann man im Hotel Reina Isabel. Abtanzen auf dem Hoteldach ist angesagt und zieht ein internationales Publikum an.
Da ich natürlich die Insel kennen lernen wollte, standen eine Reihe Ausflüge an. Die herrlichen Strände der Costa Canaria im Inselsüden sind ab Las Palmas bequem in einer Autostunde zu erreichen. Erster Anlaufpunkt war natürlich der Strand. Aber es werden auch eine Vielzahl Alternativen geboten, für all jene die nicht ständig nur in der Sonne braten wollen.
Verreist man mit Kindern, lohnt der Ocean Park den Besuch, dort können die Kleinen eine Vielzahl Wasserrutschen testen und im Planschbecken toben, während die Eltern in der Cafeteria ein Eis genießen.
Was ich auch besonders toll fand, und auf Gran Canaria nicht vermutet hätte, war eine Kamel-Safari durch die Dünenlandschaft von Maspalomas.
Einen Abstecher lohnt auch das Freilichtmuseum, welches man auf der Straße nach Fataga, auf dem Weg zu den Kamelen, passiert. Die Rekonstruktion eines historischen Dorfes macht anschaulich mit dem Leben der Ureinwohner vertraut.
Nun bin ich aber doch mehr der Naturliebhaber und war sehr gespannt auf eine Tour durch die wilde Bergwelt der Insel, welche in Fataga ihren Anfang nimmt. Die Straßen allerdings sind sehr schmal und es hat mich nicht verwundert, dass sie den Beinamen “Weg des Esels” tragen. Eine prima Entschädigung liefern jedoch die fantastischen Ausblicke und Fotomotive, welche sich immer wieder zwischen Palmenhainen und Mandelbäumen auftun.
Ein Stopp lohnt im malerisch gelegenen Santa Lucia.
Typisch kanarische Kulinarik erleben durfte ich im Restaurant “Hao”.
Auf Palmstümpfen sitzend wurde mir “Papas con mojo”, eine Spezialität aus Kartoffeln und einer feurigen Soße, welche frische Kräuter und viel Knoblauch zu einem raffinierten Geschmackserlebnis machten, bestand.

Nur wer wirklich schwindelfrei ist, sollte an den Felsen Fortaleza Grande eine Klettertour unternehmen. Es gibt eine Vielzahl Höhlen zu erkunden. Auch geschichtlich ist die Region von Interesse, da bereits die Ureinwohner hier Schutz gesucht haben sollen.
Über Tejeda gelangte ich nach Artenara, die höchstgelegene Ansiedlung der Insel. Interessant und ungewöhnlich zugleich waren die Höhlenkapelle und die Höhlenwohnungen, welche jedoch auf den ersten Blick oftmals nicht mehr als solche zu erkennen waren. Über den höchsten Pass Gran Canarias, den 1500 Meter hohen Cruz de Tejeda, wo sich auch der Parador (eine Art staatliches Hotel) befindet, gelangt man durch dichte Kiefernwälder zum Pico de las Nieves, der höchsten Erhebung der Insel. In 1949 Metern Höhe lag mir die Insel zu Füßen und da das Wetter mitspielte, konnte ich bis nach Teneriffa schauen.
Wer wie ich Pflanzen liebt, wird auf Gran Canaria voll auf seine Kosten kommen.
Es existieren etwa 2000 Pflanzenarten, von denen zahlreiche Gattungen nur hier vorkommen.
Bei der Bergtour durch den Inselsüden war ich besonders von den riesigen säulenartig aufragenden Kandelaber-Wolfsmilchgewächsen und den Kanarischen Dattelpalmen beeindruckt. Auch die Fächerpalmen gefallen mir sehr, obwohl die ja nicht endemisch sind, d.h. sie kamen nicht ursprünglich auf der Insel Gran Canaria vor.
Im Norden der Insel begeisterten mich vor allem Gummibäume, dessen Zwergverwandte ich als heimische Topfpflanze hege. Zum Staunen brachten mich auch Hibiskus und Weihnachtsstern, ebenfalls bekannt von der heimischen Fensterbank, erreichen sie auf Gran Canaria gigantische Ausmaße.

